Archiv für März 2017

[29.03] Lesung und Diskussion zu Bankraub und Enteignung

„Glaubt mir,die Welt wird euch nichts schenken. Wenn ihr ein Leben wollt, so stehlt es.“Lou Andrea-Salomé

Lesung und Diskussion zu Bankraub und Enteignung

An diesem Abend laden wir euch auf eine Spurensuche ein. Wir lesen Fragmente einer Geschichte des Bankraubs und anderer Enteignungsstrategien. Dabei spannen wir einen Bogen von Gedanken zur „individuellen Enteignung“ in der anarchistischen Bewegung des späten 19. Jahrhunderts über die populäre Zeit des „politisch motivierten“ Bankraubs in den 70ern bis zu situationistisch inspirierten Aneignungen von Gefängnisplänen in den 80ern und fragen:

In welchem historischen und politischen Kontext steht ein Bankraub oder Diebstahl heute?

Wir wollen uns erinnern an eine Zeit, in der das Geld in Massen für damalige Bewegungen angeeignet wurde und wir wollen uns fragen,was es bedeutet, wenn dasselbe stattdessen nach einem 8-Stunden-Tag von staatlichen Institutionen in Anträgen höflich erfragt wird. Wir wollen mit euch diskutieren, welche Strategien und Alternativen es
für uns in der Zukunft geben kann.

29.03 | Mittwoch | 20:00 Uhr | Meuterei – Skorbuttresen

[12.4.] VA „Wir sind Russen, Gott ist mit uns“,

„Wir sind Russen, Gott ist mit uns“,
so geht eine russische Militärhymne. Im maroden Russland ahndet man nach irgendeiner nationalen Idee, um nach außen hin handlungsfähiger zu werden, sich von der Knechtschaft durch fremde Mächte zu befreien und endlich einen eigenen zivilisatorischen Weg zu gehen. Die Annexion der Krim sei die Wiederaneignung des für orthodoxe ChristInnen heiligen Bodens, die Militäroperation in Syrien – gar der heilige Krieg gegen das Böse schlechthin; man auferlegt sich innenpolitisch „geistige Fesseln“, was so viel heißen soll, dass kaum ein repressiver, reaktionärer Gesetzesvorschlag ohne eine wie auch immer geartete Bezugnahme auf höhere, religiöse Werte auskommt. Da kommt die Russische Orthodoxe Kirche mit ihrer tausendjähriger Geschichte auf ihre Kosten und darf als Staatsmonopol für höhere Werte auftreten.

Doch der Schein trügt. Es ist die Schwäche, die verzweifelt nach Bindung sucht. In der postsowjetischen Postmoderne muss man sich zwischen Fundamentalismus und Nihilismus nicht entscheiden; nicht gläubige Individuen inszenieren sich als gläubige Nation in einem säkularen Staat. Die Religion ist im heutigen Russland ein umkämpftes Gebiet, doch es geht nicht mehr um sie.

Die neue Ausgabe des Grossen Thiers möchte zu einer Religionskritik beitragen, die notwendigerweise die Kritik des irdischen Jammertals und keine „idealistische Hermeneutik“ sein soll.

Mittwoch | 12.04 | 20:00 Uhr | Meuterei – Skorbuttresen

[22.04] Punk-Konzert + Punk und Trash-Disse

Am 22.04 wird es in der Meuterei eine schöne Punkrocksause geben. Eingeladen wird ab 21:00 Uhr; Beginn der Konzerte ist 22:00 Uhr. Musikalisch verwöhnen werden uns Dachlawine (naturkatastrophenpunk), P.I.T.S. (Vorschulhardcore), Wrackspurts (grungy Karusellpop mit rauer Stimme). Danach gibt’s feinste Punk-Trash-Disse.