Vorab

Leider haben wir derzeit keine Kapazitäten für neue Mitbewohner*innen. Davor müssen wir erst noch eins, zwei Diskussionen führen und zwei, drei Baustellen meistern. Dann schauen wir mal weiter…

Wer wir sind und was wir wollen

Wir sind eine Gruppe von Menschen, die der Gedanke eint ein gemeinsames Hausprojekt aufzubauen. Wir möchten einen Ort im Alltag für uns und andere schaffen, der es ermöglicht bestehende gesellschaftliche Strukturen und deren Unterdrückungsmechanismen zu hinterfragen und unsere Vorstellungen von gemeinschaftlichem solidarischem Leben zu verwirklichen. Weiterhin ist uns eine möglichst hierarchiefreie, basisdemokratische Organisation unseres Projektes essentiell. Als Gruppe eint uns ein Engagement in verschiedenen emanzipatorischen, politischen, kulturellen und ökologischen Initiativen und Projekten. Deshalb möchten wir in unserem Projekt auch Räumlichkeiten schaffen, in denen solche Projekte verwirklicht werden können. Wir möchten Platz bieten für Projekte, die sich mit gesellschaftskritischen Themen, wie beispielsweise Antifaschismus, Migration, Sexismus oder Umweltpolitik beschäftigen sowie Raum für Ausstellungen, kleinere Konzerte und Partys bieten. Dabei wollen wir Teil einer solidarischen, selbstorganisierten, linken Infrastruktur in Leipzig sein und versuchen schon bestehende Projekte und Strukturen sinnvoll zu ergänzen und zu stärken. Wir möchten so im steten Austausch im Alltag lernen welche Bedürfnisse jede_r einzelne hat und wie wir als Gruppe ständig aneinander wachsen können.

der Weg dahin

Wir haben Anfang 2011 den Hausverein Zollschuppenstraße 1 gegründet. Der Hausverein ist einziger Gesellschafter in unserer GmbH ‚Hausprojektgesellschaft Zollschuppenstr. 1 mbH‘. Mitte Mai 2011 haben wir als GmbH die Häuser Zollschuppenstraße 1 und 3 erworben. Wir möchten unser Projekt mit dem Mietshäuser Syndikat umsetzen, um die Häuser vom Wohnungsmarkt zu nehmen und damit ein Zeichen gegen Verwertungslogik, Profit und Leistungsdruck zu setzen. Deshalb bewerben wir uns derzeit um Mitgliedschaft im Mietshäuser Syndikat und hoffen, dass das Syndikat zweiter Gesellschafter in unserer GmbH wird. In direkter Nachbarschaft sind schon mehrere Häuser von Hausprojektgruppen renoviert worden; die Zollschuppenstraße 11 ist auch ein Teil des Mietshäusersyndikats. Dabei möchten wir auf bereits gemachte Erfahrungen zurückgreifen und freuen uns auf die zu erwartenden Synergieeffekte. Wir haben bisher das Haus möglichst ökologisch nachhaltig renoviert und auf umwelt-freundliche Bausubstanzen zurückgegriffen. Regenerative Energieversorgung und ein ökologischer Stromanbieter sollen das Haus mit Licht und Wärme erfüllen. Des Weiteren haben wir bisher, soweit für uns umsetzbar, in Eigenleistung renoviert . Zur Zeit haben wir hauptsächlich die Zollschuppenstr.1 saniert und das Nachbarhaus vor weiterem Verfall geschützt. Langfristig wird auch dieses Haus Stück für Stück saniert werden. Die Idee ist ein großes Wohnprojekt in diesen zwei Häusern umzusetzen. Wenn nicht etwas Blödes dazwischen kommt werden die ersten Menschen Ende des Jahres 2012 in das Haus einziehen.
und wie kann das alles funktionieren?
Wichtig ist uns Teil eines größeren Solidarverbundes ähnlicher selbstorganisierter Projekte und Lebensideen zu sein. Bewusst werden wir kein Privateigentum schaffen, um das Projekt dauerhaft zu sichern und Spekulation mit Grund und Boden zu vermeiden. Aus diesen Gründen möchten wir sobald wie möglich dem Mietshäuser Syndikat (MHS) beitreten. Gemeinschaftliches Eigentum an Haus und Grund, bezahlbarer Wohnraum für Menschen mit wenig Geld, Raum für Gruppen und politische Initiativen und das alles in Selbstorganisation, diese Idee vertritt das MHS seit fast 20 Jahren. Dazu sind im MHS etwa 50 Projekte organisiert. Dabei wird ein solidarischer Umgang angestrebt, erfahrene Projekte helfen neuen ideell und finanziell. Wir haben unser Haus als GmbH erworben. Dabei sind wir als Hausverein ein Gesellschafter und werden das MHS bitten, einen zweiten Gesellschaftsanteil zu übernehmen. Das Stimmrecht des MHS wird auf wenige Grundlagenfragen beschränkt: In bestimmten Angelegenheiten wie Hausverkauf oder Umwandlung in Eigentumswohnungen erhält das MHS ein Vetorecht. So soll verhindert werden, dass die Häuser Zollschuppenstraße 1 und 3 irgendwann wieder Kapital werden. Bei allen anderen Gelegenheiten hat generell der Hausverein alleiniges Stimmrecht. Im Ergebnis entsteht durch die beschriebene Beteiligung des Syndikats an den Hausbesitz-GmbHs ein Unternehmensverbund selbstorganisierter Hausprojekte, die sich der Idee des Solidartransfers von Altprojekt zu Neuprojekt verpflich­tet haben. Die generelle Autonomie der Projekte wird durch ein Vetorecht des MHS gegen Zugriffe auf das Immobilienvermögen eingeschränkt, um eine mögliche Reprivatisierung und erneute Vermarktung der Häuser zu blockieren.

wie soll das bezahlt werden?

Unsere beiden Häuser haben zusammen fast 100.000 Euro gekostet. Wir konnten den Kauf vollständig über private Direktkredite finanzieren. DANKE! Hinzu wird etwa die vierfache Summe an Sanierungskosten kommen.